Zuletzt aktualisiert: 9. Mai 2022 von Oliver Kunz

Einfluss der Gebühren beim Investieren

In unzähligen Beiträgen betone ich immer wieder die Wichtigkeit von tiefen Gebühren beim Investieren. Sei dies bei einer Säule 3a, bei den Robo-Advisors, ETFs oder bei Kryptobörsen.
Vor allem bei Anlagefonds der Schweizer Grossbanken, wird einem bei den Gebühren schon schwindelig.
Aber wie stark beeinflussen höhere Gebühren deine Rendite über 5, 10 oder sogar 40 Jahre wirklich?
Wie gross kann der Einfluss von 0.1% oder 1% höheren Gebühren im Jahr schon sein?

Genau diese Fragen will ich dir in diesem Beitrag beantworten! Jetzt heisst es zurücklehnen unddas Popcorn bereithalten, denn die Resultate sind durchaus eindrücklich.

Gebühren lassen sich nicht vermeiden

Natürlich lassen sich die Gebühren beim Investieren nicht vermeiden. Trotzdem sollte man die Kosten im Auge behalten. Immerhin ist es in der Schweiz bereits in Thema, wenn der Benzinpreis um ein paar Rappen ansteigt. Nur können beim Anlegen über die Jahre grössere Beträge zusammenkommen, wo dann höhere Gebühren sehr stark ins Gewicht fallen.
Ich persönlich achte sehr auf die Gebühren beim Investieren und habe daher auch, zusätzlich zu meinem Swissquote-Depot, ein Zweitdepot bei DEGIRO für die unterschiedlichen Aktien und Börsenplätze.

💡 laufende vs einmalige Kosten:
Welche Kosten fallen am meisten ins Gewicht?
Vor allem die laufenden Kosten (TER) von Fonds/ETF und die Verwaltungs- bzw. Depotgebühren fallen langfristig ins Gewicht. Denn sie fallen jedes Jahr erneut an.
Einmalige Kosten wie Stempelsteuern oder Transaktionskosten haben über 10+ Jahre weniger Einfluss, ausser natürlich du handelst wild hin und her. Jedoch können sich Ausgabe- und Rücknahmeaufschläge bei Anlagefonds ebenfalls stark negativ auf die Rendite auswirken.


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Einfluss der Gebühren – die Rechnung

Jetzt geht es ans Eingemachte, ich habe den Einfluss von unterschiedlich hohen laufenden Kosten auf 5, 10, 20 und 40 Jahre hin, grafisch dargestellt.

Annahmen:

  • Jährlich werden CHF 6’000.- investiert
  • Die jährliche Rendite beträgt 6% brutto
  • Berücksichtigung von verschieden hohen laufenden Kosten (0.0% bis 2.0%)

Wieso habe ich diese Gebührenspanne gewählt?
Die 0% sind als Referenz gedacht. Günstige ETFs haben eine TER von rund 0.2% im Jahr. Anlagefonds von Grossbanken können jedoch eine TER von bis zu 2% p.a. vorweisen.

Was denkst du, wie hoch könnte der Einfluss von 2% hohen laufenden Kosten, während 5 oder sogar 40 Jahren sein? Die Antwort darauf findest du beim Runterscrollen 😉


Gebühren beim Investieren über 5 Jahre

Wie wirken sich unterschiedlich hohe laufende Kosten über 5 Jahre aus? Hier die Antwort:

Gebühren beim Investieren über 5 Jahre
Quelle: eigene Darstellung

Bereits nach 5 Jahren sind Unterschiede beim Endbetrag zu erkennen. Jedoch (noch) nicht ganz so erschreckend. So beträgt der Unterschied zwischen 0.2% und 0.6% an laufenden Kosten knapp CHF 500.-.
Wir wissen, ganz ohne Gebühren funktioniert das Investieren nicht. Zum Start an der Börse finde ich es sowieso wichtiger, sich mit der Materie vertraut zu machen und vor allem nicht jedem Hype hinterherzulaufen. Es gibt schlimmere Fehler als 0.x% mehr an Gebühren zu bezahlen.
Wenn du zu Beginn viel Wissen und Erfahrung aufbaust, kannst du in der Zukunft weitere Kosten und unnötige Verluste vermeiden

Daher kann es sehr sinnvoll und praktisch sein, mit einem Robo-Advisor das Investieren zu beginnen. Im Beitrag “perfekter Start an der Börse” habe ich diesen Aspekt beschrieben.
Hier findest du zusätzlich meinen Vergleich zu den Robo-Advisors in der Schweiz.


Gebühren über 10 Jahre

So wirken sich die laufenden Kosten über 10 Jahre aus:

laufende Kosten über 10 Jahre
Quelle: eigene Darstellung

Ab einem Anlagehorizont von 10+ Jahren werden die Auswirkungen der laufenden Kosten schon grösser und vor allem vierstellig. Wenn du anstelle eines günstigen ETFs mit 0.2% TER einen teuren Anlagefonds bei einer Grossbank mit 1.5% TER im Depot hast, sind dir gut CHF 6’000.- durch die Lappen.

1% mehr oder weniger an Gebühren hört sich für Beginner in der Finanzwelt wahrscheinlich nicht so wichtig an. Doch bereits nach 10 Jahren sind klare Unterschiede zu erkennen.
Ab einem sechsstelligen Anlagebetrag lohnt sich (in meinen Augen) der Umstieg vom Robo-Advisor zu einem Aktienbroker wie Swissquote oder DEGIRO, wo du deine ETFs selbst kaufst. Du büsst zwar an Bequemlichkeit ein aber kannst Gebühren sparen, solange du diszipliniert in ETFs investierst.


Gebühren über 20 Jahre

Über 20 Jahre wird die Grafik schon eindrücklicher:

laufende Kosten über 20 Jahre
Quelle: eigene Darstellung

Gratuliere, 20 Jahre sind schon eine lange Zeit an der Börse. Das Vermögen wird dank dem Zinseszins immer grösser. Gleichzeitig haben sich die laufenden Gebühren beim Investieren auch gefreut.
Ich finde es eindrücklich, dass 2% an laufenden Kosten über 20 Jahre, bereits rund 20% deines potenziellen Vermögens verschlungen haben. Der Unterschied von 0.2% zu 2% an laufenden Kosten beträgt ganze CHF 45’000.-.
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Gebühren über 40 Jahre

Bei einem Anlagehorizont von 40 Jahren fallen die laufenden Kosten extrem (!) ins Gewicht:

Gebühren beim Investieren über 40 Jahre
Quelle: eigene Darstellung

40 Jahre sind eine sehr lange Zeit, in der du dir einen hohen sechsstelligen Betrag ansparen kannst!
Vielleicht denkst du jetzt 40 Jahre an der Börse sind unrealistisch, das schaffe ich nie. Schon einmal an deine Säule 3a gedacht? Wenn du dich beim Einstieg in die Arbeitswelt für eine Säule 3a mit Aktien entscheidest, beträgt dein Anlagehorizont gut 40 Jahre. Bei einer Säule 3a würde ich deshalb besonders gut auf die laufenden Kosten achten!
In meinem Säule 3a Vergleich habe ich die Gebühren der Schweizer Anbieter verglichen.

Kurz ein Vergleich der laufenden Kosten von Vorsorgefonds der Grossbanken für eine Säule 3a mit hohem Aktienanteil:

Mein Favorit und Gewinner im Säule 3a Vergleich ist der digitale Anbieter Finpension aus Luzern.
Bei Finpension betragen die gesamten (!) Kosten rund 0.42% im Jahr, alles inklusive.

Bei den Grossbanken habe ich nur kurz die Fondsgebühren erwähnt, weitere Kosten können ebenfalls anfallen. Bereits der Vergleich von 0.4% zu 1.5% an laufenden Kosten über 40 Jahre ist schockierend. Der Unterschied beträgt über CHF 200’000.-. Kein Scherz, nur durch das einmalige Recherchieren und Auswählen einer günstigen Säule 3a kannst du in deinem Leben über CHF 200’000.- an Gebühren sparen!
Hier lohnt es sich als Privatanleger auf passive Fonds zu setzen. Die UBS zum Beispiel bietet ihre Vitainvest-Fonds mittlerweile auch in einer passiven (und viel günstigeren) Variante an. Der nervige Ausgabeaufschlag bleibt aber bestehen.

Das gleiche gilt allgemein beim Investieren. Spätestens jetzt weisst du wieso ich immer sehr akribisch auf die Gebühren beim Investieren schaue.

Wieso die Grossbanken so hohe Gebühren verlangen, fragst du dich vielleicht?
Gut, irgendwie müssen die Banken Managerboni, die schönen Gebäude und die Bürokratie finanzieren. Die modernen digitalen Anbieter haben keine glänzenden Filialen, wenig Bürokratie aber dafür vieles automatisiert und optimiert.

Fazit zu den Gebühren beim Investieren

Um Gebühren kommt kein Investor herum. Dennoch solltest du sehr auf die Gebühren achten, denn sie können langfristig riesige Unterschiede, in deiner Rendite bedeuten.
Mein Beispiel ist einfach und theoretisch, dennoch sehr mächtig und eindrücklich. In der Praxis können natürlich noch weitere Gebühren, wie Stempelsteuern, Depotgebühren, Transaktionsgebühren etc. anfallen.

Auch wenn du nur in Einzelaktien investiert, schreibst du dir am besten mal alle bezahlten Gebühren auf und stellst sie deinem investierten Vermögen gegenüber. Hast du mehr oder weniger als 1% an Gebühren bezahlt?

Die Gebühren können schnell vergessen gehen und für viele sind Finanzen ein lästiges Thema. Daher ist es umso wichtiger, dass du dich einmal gründlich damit auseinandersetzt und für dich eine passende (vor allem kostengünstige) Lösung suchst.

Ich hoffe dieser Beitrag zu den Gebühren beim Investieren hat dir gefallen!

Hast du noch Fragen oder Anmerkungen zu meiner Krypto-Story? Dann lass mir gerne einen Kommentar da oder schreib mir persönlich.


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Disclaimer

Der Beitrag dient ausschliesslich der Bildung über Finanzen und ist keine Anlageberatung. Keine Haftung.
Keine Gewähr auf Richtigkeit der Angaben. Es handelt sich um meine persönliche und unabhängige Meinung. Investieren beinhaltet Verlustrisiken.


Oliver Kunz

Oliver Kunz schreibt seit 2020 Artikel über die Themen Finanzen und Investieren in der Schweiz

2 Comments

E. Kasper · 14. Februar 2022 at 13:52

Danke für deinen aufwändigen Vergleich.

Eine kleine Ergänzung diesbezüglich; zumindest die UBS scheint nun endlich auch für die eigenen Kunden günstigere Produkte anzubieten. Die Vitainvest 50/75/100 Fonds gibt es neu in einer passiven Version mit 0.25% TER. Ich konnte noch nicht abschliessend rausfinden, ob es immer noch einen unnötigen Ausgabeaufschlag von 2.5% gibt (wie beim aktiven Fonds) – aber da ich wegen meinem Eigenheim für die Amortisation via 3a an die UBS gebunden bin, ist das für mich eine sehr attraktive Option und ich werde so rasch als möglich umschichten.

    Oliver Kunz · 14. Februar 2022 at 14:57

    Danke für deinen Hinweis und die Ergänzung.
    Mal gute Neuigkeiten von Seiten der Grossbanken, 0.25% TER ist wirklich gut.
    Ja, leider bleibt der Ausgabeaufschlag von 2.5% bestehen, siehe KIID:
    https://www.ubs.com/2/e/kiid/KIID_CH1110134157_de_CH.pdf
    Auf der Produktseite der UBS werden die aktiven Fonds natürlich weiterhin zuoberst platziert.

    Ich werde dies im Artikel ergänzen 🙂

    Merci und beste Grüsse
    Oliver

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