Zuletzt aktualisiert: 8. April 2022 von Oliver Kunz

Wieso ist ein Konten-Modell Schweiz wichtig?

Ein Konten-Modell finde ich vor allem wichtig, um die Übersicht über die eigenen Finanzen zu haben. Dies gibt dir zusätzlich Sicherheit und eine gute Planbarkeit mit deinen Finanzen.
Wie du dein Konten-Modell Schweiz schlussendlich gestalten willst, ist ganz dir überlassen und muss für dich stimmen. In diesen Beitrag zum will ich dir dazu einige Tipps und Tricks auf den Weg geben.

Ist ein Kontensystem in der Schweiz sinnvoll?

Ja, um die perfekte Übersicht über deine Finanzen zu haben ist ein Konten-Modell sehr sinnvoll

Welches Konten-Modell ist das beste in der Schweiz?

In meinen Augen gibt es nicht “das richtige” System. Das gewählte System muss für dich sinnvoll und einfach zu managen sein.
Schlussendlich bringt ein kompliziertes Konten-Modell nichts, wenn du es dann nicht nutzt.

Wie viele Konten sollte ich in der Schweiz haben?

Auch dies ist ganz individuell. Ich persönlich würde so wenige Konten wie möglich aber so viele wie nötig haben. Wahrscheinlich bist du mit 4 bis 7 Konten sehr gut aufgestellt.


Privatkonto und Notgroschen

Für mich gibt es die Aufteilung zwischen Spar- und Lohnkonto nicht (mehr). Bei beiden Kontoarten erhältst du (praktisch) keine Zinsen. Also nennen wir das Konto für die alltäglichen Ausgaben einfach Privatkonto. Gespart, oder besser gesagt investiert wird langfristig sowieso mit Wertpapieren.

Wofür ich aber definitiv ein separates Konto haben würde, ist der “Notgroschen”. Eine finanzielle Reserve von ein paar Monatslöhnen, um im Notfall (Kündigung, Waschmaschine fällt aus, Auto geht kaputt) über genügend Mittel zu verfügen.
Damit du deinen Notgroschen nicht für den Lebensunterhalt oder Konsumausgaben verwendest, brauchst du dafür ein separates Konto, welches du nicht anrührst.


Steuer- und Spasskonto (optional)

Ich persönlich habe meine Ein- und Ausgaben sehr gut im Blick (Budget sei Dank). Zudem habe ich meinen Kontostand auf dem Privatkonto im Blick und weiss welche Ausgaben (Steuern, Miete etc.) noch anstehen.

Wenn du dir nicht sicher bist, wie viel Geld du für Steuern oder Ferien zur Verfügung hast, könnten separate Konten dafür Sinn machen. Z.B. eröffnest du ein Konto, wo du monatlich für die Steuern sparen kannst. Das gleiche Prinzip, mit einem Spass/Luxus-Konto. Dieses Spassgeld kannst du dann mit gutem Gewissen ausgeben, ohne dir Sorgen um die Steuern machen zu müssen.

Um deine Steuerausgaben schon im Voraus abschätzen zu können, kann ich dir diese Seite des Bundes empfehlen.

Bonus: Reisekonto

Ein Reisekonto?! Ja genau, auf Reisen nutze ich ausschliesslich die Mastercard von Neon. Im Gegensatz zu den klassischen Debit- und Kreditkarten wird bei Neon im Ausland kein Aufschlag beim Bezahlen fällig. Somit sparst du bei jedem Einkauf im Ausland rund 2% an Gebühren.
Das Konto bei Neon eignet sich natürlich nicht nur für auf Reisen, sondern ist auch perfekt als kostenloses Privatkonto.


Investments und Säule 3a

Dies sind nicht Konten im “klassischen Sinne”, aber natürlich zählen sie auch dazu. Einzahlungen in die Säule 3a und vielleicht noch ein Aktiendepot sollten auch in deinem Budget bzw. Konten-Modell berücksichtigt werden.

Meistens hast du diese Konten sowieso bei einem anderen Anbieter, als du dein Privatkonto hast. Nach meinem Wissen gibt es in der Schweiz keinen Anbieter, der gleichzeitig ein kostenloses Privatkonto plus eine gute Säule 3a und Aktiendepot anbietet.
Und nein, die Angebote der Grossbanken finde ich nicht wirklich gut und schon gar nicht günstig. 😉

Bei der Säule 3a würde ich auf meinen Favoriten Finpension zurückgreifen. Für die Investments auf einen Robo-Advisor (Beginner) oder auf einen Broker wie DEGIRO oder Swissquote.


Daueraufträge im Konten-Modell

Jetzt denkst du vielleicht “puh wie soll ich denn meine ganzen Konten managen?”.
Hier kommen die Daueraufträge ins Spiel: sie sind essenziell, um deine Finanzen zu automatisieren.
Nachdem du dein Budget erstellt hast, richtest du am besten die entsprechenden Daueraufträge ein.

Die Daueraufträge führst du am besten jeden Monat aus, nachdem dein Lohn eingetroffen ist. Zum Beispiel überweist du jeden Monat CHF 600.- aufs Steuerkonto und CHF 300.- aufs Ferien/Spasskonto. Wenn dein Notgroschen noch nicht die gewünschte Höhe erreicht hat, füllst du auch diesen auf. Was beim Budget, nach allen alltäglichen Ausgaben übrigbleibt, überweist du per Dauerauftrag auf die Säule 3a und/oder zum Aktiendepot.

Volià, deine Finanzen wurden gerade automatisiert! 🙂

Mein persönliches Konten-Modell Schweiz

Natürlich zeige ich dir nachfolgend auch noch mein persönliches Konten-Modell

Simplemoney.ch Konten-Modell Schweiz
Mein persönliches Konten-Modell

Ich habe weder ein Steuer- noch ein Spasskonto, aber wieso? Meine Finanzplanung ist sehr gut und ich habe mehr als genug Disziplin, um nicht das Privatkonto zu “plündern”. Für mich persönlich geht dies einfacher als noch mehr Konten zu verwalten. Wenn du dazu tendierst, viel für Konsum auszugeben, machen zusätzliche Konten für Steuern und Reisen absolut Sinn.
Und nein, ich besitze auch keine Säule 3a. Wieso genau erkläre ich in diesem Beitrag.


Fazit zum Konten-Modell Schweiz

Schlussendlich ist es am wichtigsten, dass dein Konten-Modell Schweiz für dich Sinn ergibt, bzw. sehr simpel und übersichtlich ist. Es gibt keinen Ansatz, der für alle und jeden passt.
Daher bin ich auch kein Fan von diesen “vorgefertigten” 3-Konten- oder 6-Konten-Modellen, wie sie häufig als “das beste” angepriesen werden. Solche Modelle sollen dir lediglich als Inspiration dienen und als eine von vielen Möglichkeiten.
Ich hoffe mit diesem Beitrag habe ich dir ein wenig geholfen, eine sinnvolle Kontenstruktur zu finden.

Wie sieht deine Kontenstruktur aus? Schreib es mir doch gerne in die Kommentare!


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Disclaimer

Keine Anlageberatung und Haftung. Keine Gewähr auf Richtigkeit der Angaben. Es handelt sich um meine persönliche und unabhängige Meinung. Investieren beinhaltet Verlustrisiken.


Oliver Kunz

Oliver Kunz schreibt seit 2020 Artikel über die Themen Finanzen und Investieren in der Schweiz

2 Comments

Lars · 11. April 2022 at 8:48

Du hast total recht damit, dass es für einen selbst stimmen muss.

Bei mir gibt es neben dem Hauptkonto noch ein Steuerkonto und ein Notgroschen Konto. Beides wird genauso wie meine Investments per Dauerauftrag bedient. Ich habe aber noch einen zweiten Notgroschen in Form von Gold Unzen im Schliessfach. Der Inhalt entspricht dem vom “normalen” Notgroschen.

Ein echtes Reisekonto habe ich nicht, wobei das eine gute Idee ist. Bisher habe ich das immer in meinen Monatsabrechnungen dem Budgetposten Reise zugebucht.

    Oliver Kunz · 11. April 2022 at 9:48

    Danke für den Kommentar und Einblick Lars!

    Absolut, von sturen Modellen bin ich kein Fan.
    So finde ich es auch spannend und gut, dass du dich persönlich noch für einen Notgroschen in Gold entschieden hast, weil es für dich so stimmt.
    Der Vorteil ist, wenn ich z.B. Neon als Reisekonto nutze, weiss ich genau, dass ich keinen Fremdwährungsaufschlag habe und die totale Übersicht übers Reisebudget. Zudem kann man die anderen Kreditkarten zuhause lassen ;D

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