ETF Sparplan Schweiz

Was ist ein ETF Sparplan, und wieso ist dieses Thema vor allem in der Schweiz so wichtig?
Diese Fragen will ich in diesem Beitrag beantworten und dir verschiedene Möglichkeiten aufzeigen.

Wieso ein ETF Sparplan?

Regelmässig und gut diversifiziert in Aktien/ETFs zu investieren, kann für viele der beste Weg zum Vermögensaufbau sein.
Dies funktioniert am besten mit passiv gemangten Indexfonds.
ETF (Exchange Traded Fund) bedeutet, dass dieser Fonds an der Börse gehandelt wird.

Ebenfalls liefern solche Indexfonds langfristig mehrheitlich bessere Renditen als ihr aktiv gemanagtes Gegenstück.

Dieser Artikel von justETF erklärt das Thema ETF nochmals ganz verständlich.

Wieso ist der ETF Sparplan in der Schweiz ein wenig komplizierter?

Im Vergleich mit Deutschland gibt es in der Schweiz noch keine Möglichkeit, gezielt und automatisch in einzelne ETFs zu investieren.
Dies macht die Idee des ETF Sparplan in der Schweiz ein wenig komplizierter.
Damit du dennoch sinnvoll, kostengünstig und regelmässig in ETFs investieren kannst, stelle ich dir einige Möglichkeiten vor.


Welche Möglichkeiten gibt es für Schweizer?

Dennoch gibt es in der Schweiz in paar sehr gute Möglichkeiten, um in ETFs zu investieren. Gleichzeitig auch einige Gebühren-Fallen.
Nachfolgend stelle ich dir die Möglichkeiten vor, ein paar sehr gute aber auch ein paar, die du meiden solltest.

Fonds Sparplan Bank Schweiz

Klassische Schweizer Banken

Vor etwa 4 Jahren stand ich ebenfalls vor der Frage, wo ich mein Geld investieren sollte.

Ich vereinbarte ein Beratungsgespräch bei meiner Hausbank der Raiffeisen. Nach dem Gespräch hatte ich einen guten Eindruck, bis ich die Kosten mal genauer anschaute.


ETF/Fonds Sparplan bei der Schweizer Grossbank

Tatsächlich bieten UBS, Raiffeisen etc. Fonds-Sparpläne an. Sogar ab CHF 50.-. (UBS) oder CHF 100.- (Raiffeisen) pro Monat ist dies möglich. So weit so gut.
Die Betonung liegt aber auf FONDS Sparplan und nicht etwa ETF Sparplan. So werden praktisch nur aktiv gemanagte und hauseigene Fonds angeboten.

Beispiel Raiffeisen

Beim Fonds Sparkonto der Raiffeisen stehen hauptsächlich hauseigene Fonds zur Auswahl, in der angeblich “grossen” Auswahl sind gerade einmal 2 Indexfonds (Schweiz und Europa) zu finden.

Mir persönlich wurden damals die Raiffeisen Futura Fonds mit 100% Aktienanteil empfohlen.
Na gut, dann sehen wir uns z.B. den weltweit investierten Fonds “Raiffeisen Futura – Global Stock A” und das Fonds Sparplan Depot mal genauer an.

Kosten des Fonds:

Bereits der Fonds allein hat laufende Kosten (TER) von Sage und Schreibe 1.38% im Jahr. Zum Vergleich der sehr grosse und bekannte “iShares Core MSCI World” hat gerade einmal laufende Kosten von 0.2% im Jahr.

An dieser Stelle könnte ich bereits aufhören, da schon die Kosten des Fonds bei der Raiffeisen höher sind als die Gesamtkosten einiger Anbieter (siehe unten).

Gesamtkosten:

Damit nicht genug, es fallen ja noch weitere Kosten bei der Raiffeisen an.
Pro Kauf im Fonds-Sparplan werden weiter 0.1 – 0.8% für den Kauf und 0.2% im Jahr fürs Depot fällig. Weitere Kosten wie Ausgabeaufschlag der Fonds, Stempelsteuer etc. sind dabei noch nicht inbegriffen.

Fazit: 2% und mehr laufende Kosten beim Raiffeisen Fonds-Sparplan sind eine bittere Pille.

Rendite:

Das Debakel geht weiter, nicht nur die Kosten sind hoch, sondern auch die Rendite des Fonds ist schlecht.

Raiffeisen Futura Fonds Rendite vs Indexfonds
Quelle: Factsheet Raiffeisen Futura – Global Stock A

Der aktiv gemangte Raiffeisen Futura – Global Stock A hat über die letzten 5 Jahre nämlich, gegenüber seinem Vergleichsindex, über 5% p.a. weniger Rendite erzielt.

Dabei könnten wir doch einfach direkt in den kostengünstigen MSCI World ETF investieren.

Fazit zu den Grossbanken

Die Fonds-Sparpläne der Grossbanken sind schlicht viel zu teuer. Bei der UBS sind die laufenden Gebühren auf die beworbenen Fonds teilweise sogar über 2% p.a.!
Dazu kommt, dass die Gebühren schön versteckt sind und weitere Gebühren anfallen können.

Wertpapierdepot:

Kann man nicht einfach bei den Grossbanken ein Aktiendepot anlegen und selber die gewünschten ETFs kaufen?
Ja, natürlich geht das, die Gebühren sind aber auch dort extrem hoch, wie ich in meinem Broker Vergleich Schweiz gezeigt habe. Also keine Option.


“Manueller” ETF-Sparplan mit Swissquote

Swissquote ist der führende Broker in der Schweiz, ich selbst habe mein Aktiendepot bei Swissquote.
Leider bietet Swissquote aktuell (Stand August 2021) keine ETF Sparpläne an.

Jedoch kannst du ein normales Aktiendepot eröffnen und manuell jeden Monat den gewünschten ETF kaufen. So hast du Zugriff auf eine grosse Auswahl an ETFs und bleibst sehr flexibel.

Gebühren:

Beim ETF-Kauf sind die Gebühren pauschal (ab 9.- pro Transaktion), daher lohnt es sich erst ab ein paar hundert Franken im Monat, über mehr als 10 Jahre.
Ebenfalls möglich: du kaufst nur alle 2, 3 oder 4 Monaten ETFs, dafür mit einem grösseren Betrag.

Langfristig sind die Gebühren kleiner als man denkt, da die Kosten bei Swissquote fix sind, und nicht prozentual mit dem Depotwert steigen.

Damit du die Kosten abschätzen kannst, habe ich einen Beitrag zum manuellen Swissquote ETF Sparplan in der Schweiz geschrieben. Im Beitrag findest du ebenfalls einen Kostenrechner, der dir individuell die Kosten über die Jahre berechnet.

Vor- und Nachteile des manuellen Swissquote ETF Sparplans

Vorteile:

  • Führender CH-Broker
  • Maximale Flexibilität
  • Möglichkeit auch Einzelaktien zu kaufen
  • Zugang zu extrem vielen ETFs
  • Langfristig günstige Gebühren

Nachteile:

  • Keine Beratung
  • ETFs selber aussuchen
  • Lohnt sich erst ab mehreren hundert Franken im Monat
  • Manuell ETFs kaufen, nicht automatisiert.
  • Versuchung aktiver zu handeln

Mit DEGIRO regelmässig in ETFs investieren

DEGIRO ist der führende Broker in Europa, ich habe mein Zweitdepot bei DEGIRO Schweiz. In meinen Augen ist der Broker ein Geheimtipp für ETF-Investoren aus der Schweiz.

Bei DEGIRO fallen nämlich grundsätzlich keine Grundgebühren für das Aktiendepot an und du kannst 200 ETFs komplett kostenlos handeln. Darunter fallen sehr viele bekannte ETFs.

Leider musst du auch bei DEGIRO Schweiz die ETFs manuell kaufen, es gibt aktuell keinen automatischen ETF Sparplan.

Fazit:
Wenn du dir die ETFs selbst aussuchen willst, ist DEGIRO die günstigste Wahl.

Vorteile:

  • Führender Broker in Europa
  • Gute Flexibilität
  • Möglichkeit auch Einzelaktien zu kaufen
  • Zugang zu extrem vielen ETFs
  • Sehr tiefe Gebühren
  • 200 ETFs kostenlos handelbar

Nachteile:

  • Keine Beratung
  • ETFs selbst aussuchen
  • Manuell ETFs kaufen, nicht automatisiert.
  • Versuchung aktiver zu handeln
  • Keine Schweizer Bank

Konto bei DEGIRO eröffnen* (Durch die Verwendung meiner Partnerlinks kannst du mich und meine Arbeit finanziell unterstützen. Merci ! 🙂

ETF Sparplan bei DEGIRO

Automatisch und unkompliziert in ETFs Investieren – Mit Robo-Advisors

Die Fonds-Sparpläne der Grossbanken sind viel zu teuer und die günstigen Broker bieten keine automatischen ETF Sparplane an.

In den letzten Jahren hat sich auf dem Schweizer Finanzplatz aber einiges getan.
Mit sogenannten Robo-Advisors kannst du dein Geld automatisiert in verschiedene ETFs anlegen.

Ziel dieser Robo-Advisors ist das unkomplizierte Investieren mit möglichst tiefen Kosten.
Dafür kannst du die ETFs nicht selber aussuchen, definierst aber die gewünschte Strategie.

Robo-Advisor – Anbieter

Die bekanntesten Anbieter sind hier Selma Finance, True Wealth und neu findependent.

Kleiner Vergleich der 3 Anbieter:

Selma FinancefindependentTrue Wealth
Investieren ab (CHF)2’000.-500.- / 2’000.-8’500.-
StrategienIndividuell4 vordefinierte StrategienIndividuell
UnterstützungSehr gut und umfangreich (digitaler Anlageassistent + Checkup)NormalGut und detailliert
Gesamtkosten~1% p.a. (ab 50’000.- sinken die Gebühren bis auf ~0.8% p.a.)Im ersten Jahr: ~0.9-1.0% p.a.
Laufende Kosten: 0.67%
~0.9% p.a. (ab 500’000.- sinken die Gebühren langsam)

Selma Finance* und findependent sind aktuell meine Favoriten
Vor allem für Beginner, die es möglichst unkompliziert haben wollen und Unterstützung brauchen, ist Selma ideal.
findependet ist sehr günstig und du brauchst nur CHF 500.- Startkapital, dafür weniger Unterstützung als bei Selma.

Hast du deine Säule 3a bereits in Aktien investiert oder bist noch bei einer teuren Lösung?
Kein Problem, bei Selma kannst du gleichzeitig auch deine Säule 3a kostengünstig in Aktien investieren.

Gutscheincodes für Simplemoney Leser:

Selma Finance mit dem Code* “4a23b5b7d” oder über den Link* CHF 5’000 ein Jahr kostenlos anlegen.
findependent mit dem Code* “Simplemoney” CHF 20.- Startguthaben erhalten.


Mein Fazit zum ETF Sparplan in der Schweiz

Die perfekte Lösung, wo du automatisiert in bestimmte ETFs investieren kannst, gibt es aktuell leider noch nicht.
Je nachdem, ob du deine ETFs selber auswählen willst oder nicht, empfehle ich die folgenden Anbieter:

Willst du deine ETFs selbst auswählen?
Dann kann ich DEGIRO oder Swissquote empfehlen. Bei Swissquote ist es besser, wenn du pro Transaktion mehrere Hundert bis tausend Franken investieren kannst, um die Kosten möglichst tief zu halten.
Für kleinere Beträge ist DEGIRO passender 🙂

Möchtest du lieber automatisch in ETFs investieren?
So empfehle ich dir Selma Finance, da du bereits ab 2’000.- investieren kannst und Selma einen umfassenden Service bietet.

Ich hoffe dir hat mein Beitrag über die ETF Sparpläne in der Schweiz gefallen 🙂
Hast du noch Fragen oder weitere Ideen für einen ETF Sparplan in der Schweiz? Lass es mich und die Community gerne wissen!


NEON – Günstigste digitale Bank der Schweiz

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Neon Gutschein: 20.- CHF Startguthaben + Kreditkarte geschenkt mit dem Code „Simplemoney“

Keine Grundgebühren – Perfekt auf Reisen – Kein Papierkram – Ein Konto für den Alltag

Disclaimer

Keine Anlageberatung und Haftung. Keine Gewähr auf Richtigkeit der Angaben. Es handelt sich um meine persönliche Meinung.
Investieren beinhaltet Verlustrisiken.



2 Comments

Martin · 21. August 2021 at 19:27

Man kann bei den Fondsparplänen noch Avadis dazunehmen:

https://avadis.ch/loesungen/private-anleger/anlagefonds

Die TER bei der 100% Aktienvariante ist 0.63%, was eigentlich in Ordnung geht. Ich hatte diese Variante recht lange und war durchaus zufrieden. Die Rendite war damals auch völlig in Ordnung und nur wenig schlechter als ein WeltETF. Bin dann aber trotzdem zu einem Broker gegangen, um manuell in ETFs zu investieren.

Bei den Broker kann man noch InteractiveBrokers nennen, wenn man günstig investieren will. Swissquote und Degiro sind da recht teuer, IB bietet da wesentlich günstigere Konditionen und hat auch viele zusätzliche Funktionen (Handel mit Optionen etc.). IB ist aber eher was für fortgeschritene, denn die Oberfläche ihrer Software ist…. eher gewöhnungsbedürftig. Gibt aber genug Tutorials im Netz.

    Oliver Kunz · 21. August 2021 at 21:13

    Hallo Martin

    Danke für den Tipp mit Avadis, ich werfe da mal einen genaueren Blick drauf 🙂

    Ich stimme dir zu mit InteractiveBrokers vollkommen zu! Für den durchschnittlichen Privatanleger kann IB überwältigend sein. Alles ist ein wenig komplizierter und intransparenter, dafür sind die Gebühren sehr kompetitiv und das Angebot ist gross.
    DEGIRO finde ich für ETFs tatsächlich sehr günstig, zudem sind 200 ETFs kostenlos handelbar.

    Merci und Gruss
    OLiver

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